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„Legasthenie ist
verlernbar“
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unter: www.legasthenie-therapie.de
e-mail:
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[at] legasthenie-therapie-muenchen.de
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Legasthenie - eine Lernstörung, die sich beheben
lässt. Legasthenie ist verlernbar.
Das Phänomen Das
Schlagwort Legasthenie ist aus der heutigen Schul- und
Bildungsdiskussion nicht mehr wegzudenken, so vielfältig
auch die Meinungen darüber ausfallen. Das Spektrum reicht
von der Auffassung, Legasthenie sei eine unheilbare Krankheit bis
zu ihrer Brandmarkung als eine Erfindung von Wissenschaftlern zur
Rechtfertigung von Dummheit und Faulheit. Doch wie auch immer die
laienhaften oder wissenschaftlichen Theorien ausschauen - das
Phänomen selbst lässt sich nicht wegdiskutieren und
einer wachsenden Zahl von Schülern, Eltern wie so manchem
Erwachsenen ist es nur zu gut vertraut. Eine
Lese-Rechtschreibschwäche ist zunächst einmal dadurch
definiert, dass über einen längeren Zeitraum und trotz
eifrigen Übens eine überdurchschnittliche Häufung
von Fehlschreibweisen - gemessen am Alter bzw. der Klassenstufe -
vorliegt. Dass sich eine legasthene Problematik durch eine
besondere Art von Fehlern auszeichnet, ist eine verbreitete, aber
falsche Ansicht. Vielmehr treten bei dieser Personengruppe im
Prinzip alle Fehlerarten auf, die auch Nicht-Legasthenikern
bisweilen unterlaufen. Dazu gehören u.a. Auslassungen -
Pacht statt Pracht; Hinzufügungen - Arlarm statt Alarm;
Verwechslungen - Biro oder Diro statt Büro; Umstellungen -
folgen statt flogen; bis zu völligen Wortentstellungen - rnt
statt Ernte. Sind Fehlschreibungen diesen Typs - also fehlerhafte
Umsetzung von gesprochenen Lauten in geschriebene Zeichen - keine
Ausnahmen, dann sind Fehler „höherer Ordnung“
oder sogenannte Regelfehler, die z. B. Dopplung und Dehnung
betreffen, in jedem Falle auch vorhanden. Rechtschreibtests für
die diversen Altersgruppen und Klassenstufen erlauben eine erste
vorläufige Diagnose einer Lese-Rechtschreibschwäche
entlang der Fehlerhäufigkeit. Die Sicherstellung eines
solchen Verdachts durch eine qualitative Fehleranalyse und
weitere diagnostische Testverfahren sowie darauf aufbauende
Therapievorschläge gehören allerdings in die Hand des
Fachmanns bzw. der Fachfrau.
- seine psychologischen
Folgen Eine legasthene Problematik wächst
sich nicht aus. Im Gegenteil. Ein Kind, das sich den berühmten
Satz „Du musst vermehrt üben“ unter seinen
Niederschriften zu Herzen nimmt und trotzdem keine Erfolge sieht,
beginnt früher oder später an seiner Leistungsfähigkeit
überhaupt zu (ver)zweifeln. Schulunlust und Schulangst
stellen sich ein, von Spaß am Lernen kann keine Rede mehr
sein und ziemlich schnell stellt sich ein Leistungsabfall auch in
anderen Fächern ein. Und das nicht nur deshalb, weil Lesen,
Lesesinnverständnis und Schreiben Bestandteile fast jeden
Schulfaches sind, sondern auch deswegen, weil das negative
Selbsturteil „Ich lern' das alles sowieso nie“ nach
den vergeblichen Bemühungen unabweisbar scheint und
infolge-dessen jede Lernmotivation zum Erliegen kommt. Solche
Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls äußern
sich u.a. in Konzentrationsschwäche, nervösen
Erscheinungen, Verweigerungshaltungen, Ängsten, Bettnässen,
psychosomatischen Störungen (Schulkopfweh und Übelkeit)
und können bis zu regelrechten Depressionen fortschreiten.
Eine etwas anders gelagerte Umgangsweise, mit dem beschädigten
Selbst sind sogenannte Kompensationstechniken: Clownereien,
Angebereien auf anderen Gebieten, prahlerischer, aber leicht
durchschaubarer Stolz, dass einen schlechte Noten und aufgeregte
Eltern partout nicht beeindrucken können, sowie alle Formen
aggressiven Verhaltens. Aber wie könnte man auch erwarten,
dass ein Kind, dem tagtäglich praktisch vor Augen steht,
dass es eigenen und fremden Ansprüchen nicht genügt,
einfach ungerührt seinen Weg macht. Da sich also eine
Legastheniker-„Karriere“ - vor allem, wenn sie länger
andauert - immer als ein Syndrom aus spezifischer Lernstörung
und Umgangsweisen mit dem eigenen Defizit darstellt, kommt es
entscheidend darauf an, in jedem Einzelfall mittels ausführlicher
Diagnostik zugrundeliegende Störung und psychoreaktive
Folgen festzustellen, voneinander zu scheiden und zu prüfen,
ob neben einer Legasthenie noch anders gelagerte
Ausgangsproblematiken gegeben sind. Nur nach genauer Diagnose
kann eine Therapie - gleich welcher Art - Erfolge zeitigen.
- seine Therapie Steht
die Diagnose Legasthenie fest, so ist nicht Verzweiflung, sondern
eine fachkundige Therapie angesagt - und zwar in jedem, also auch
im Erwachsenenalter. Eine solche Therapie muss sowohl an der
spezifischen Lernstörung wie auch an den psychologischen
Folgeerscheinungen ansetzen. Im Bereich der Teilleistungsstörung
gilt es - anhand einer permanent mitlaufenden Fehleranalyse - die
Welt der Buchstaben, Wörter und Sätze neu erstehen zu
lassen. Wo es an der Unterscheidung ähnlich klingender Laute
mangelt, muß erst einmal diese Unterscheidungsfähigkeit
aufgebaut werden - beginnend mit den Einzellauten, fortschreitend
zum Klanggebilde ganzer Wörter. Analoges ist bei der
Umsetzung von Lauten in die ihnen zugeordneten Zeichen zu
leisten; schwierigere Verschriftungsprinzipien - Ableitungen:
kräftig kommt von Kraft, Dopplungen, Dehnungs-h und
Dehnungs-i - kommen später und werden durch entsprechende
Regeln durchschaubar gemacht. So wird Schritt für Schritt
vom Leichten zum Schweren eine Lese- und Schreibkompetenz
aufgebaut, die für den Lernenden permanent Erfolge sichtbar
macht. Diese Erfahrung ist auch schon ein erster Schritt auf dem
Weg zur Korrektur des negativen Selbstbildes - dem
psychotherapeutischen Therapieziel. Anknüpfend an diese
Erfolgserlebnisse können nun dysfunktionale
Wahrnehmungsmuster angegangen werden: Selbstanklagen wie „das
lerne ich sowieso nie“ können so einer sachlichen
Beurteilung „was kann ich jetzt schon, was mache ich immer
noch falsch?“ weichen. Welche Interventionsschritte im
Einzelnen geboten sind, auch inwieweit das soziale Umfeld
einzubeziehen ist, muss allerdings dem Einfühlungsvermögen
des jeweiligen Therapeuten überlassen bleiben. Entscheidende
Grundlage für den Gesamterfolg der Therapie ist auf alle
Fälle der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen
dem Lernenden und dem Therapeuten. Das Vertrauen in den
Therapeuten schafft sukzessive das Vertrauen in das eigene
Leistungsvermögen und so kann schließlich das
Vertrauen in die eigene Person wiedergewonnen werden.
Legasthenie - das hat die langjährige Therapiepraxis
erwiesen - ist jedenfalls kein Problem, mit dem sich die
Betroffenen abfinden müssen.
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